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Vorankündigungen, Spielberichte oder die Ergebnisse des letzten Turniers? In unserem Newsbereich findest du aktuelle Meldungen und spannende Hintergrundinformationen rund um den SENI Cup.

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29 Sep 20

Den Ball stets im Blick

Gehörlose Menschen sind beim Fußball auf eine schnelle Auffassungsgabe angewiesen

Fangesänge, Schiedsrichterpfeifen, Torjubel – so klingt für die meisten Menschen Fußball. Doch in diesem Jahr ist alles etwas anders: Bei den Bundesligaspielen herrscht Stille, da Zuschauer zu Hause bleiben müssen – und daran musste man sich erst gewöhnen. Zwischen den Erzählungen der Kommentatoren waren sogar...

Fangesänge, Schiedsrichterpfeifen, Torjubel – so klingt für die meisten Menschen Fußball. Doch in diesem Jahr ist alles etwas anders: Bei den Bundesligaspielen herrscht Stille, da Zuschauer zu Hause bleiben müssen – und daran musste man sich erst gewöhnen. Zwischen den Erzählungen der Kommentatoren waren sogar die Zurufe der Spieler  zu hören, die im Getöse der Fanmassen sonst nicht auszumachen sind. Es gibt aber auch Menschen, für die das nicht ungewöhnlich ist: Gehörlose.

Es gibt zahlreiche Vereine und Mannschaften, in denen sich Gehörlose zusammengetan haben, um Fußball zu spielen. Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband e.V. beispielsweise veranstaltet eine Reihe an Meisterschaften und stellt auch eine Nationalmannschaft, die normalerweise bei EM und WM der Gehörlosen antritt. Der Spielbetrieb ist dabei gar nicht so anders als beim gewöhnlichen Fußball: 22 Spieler, zwei Tore, ein Ball. Nur die Kommunikation gestaltet sich anders: Spieler, Trainer und Schiedsrichter setzen stärker auf Körper- und Gebärdensprache. Die Trillerpfeife tauscht der Schiri beim Gehörlosenfußball gegen eine große Flagge.

Neuerdings geht der Trend aber auch zum inklusiven Sport: 2015 stieg beispielsweise der Gehörlosen-Turn- und Sportverein Essen in die Kreisliga ein und spielt seither gegen und mit Hörenden. Aber auch gehörlose Spieler finden sich vereinzelt in hörenden Mannschaften. Bekanntestes Beispiel dafür ist der zweite hörbehinderte Fußballprofi Deutschlands: Simon Ollert. Seit Anfang des Jahres kickt er als Stürmer für den österreichischen Verein FC Pinzgau Saalfelden und spielt damit in der Regionalliga. Von Geburt an ist er taub, erlangt im Alltag mithilfe seines speziellen Hörgerätes jedoch 60 % Hörvermögen und liest zusätzlich von den Lippen ab. Auf dem Platz hilft ihm das allerdings nicht, denn dafür sind selbst moderne Hörgeräte nicht ausgelegt. Deshalb kann es schon mal passieren, dass er nach dem Abpfiff weiterläuft oder auf eine Anweisung des Schiris nicht reagiert. Um dafür keine gelbe Karte zu kassieren, spricht Ollert vor jedem Spiel mit dem Schiedsrichter und erklärt sein Handicap. Trainer und restliche Mannschaft setzen auf Gestik und Körpersprache, um mit ihm zu kommunizieren. Der 23-jährige selbst sieht seine Gehörlosigkeit fast schon als Vorteil: Dadurch könne er sich auf das Spiel konzentrieren und werde selbst durch Zuschauermengen nicht abgelenkt.

Aufgrund dieser Erfahrungen im Profi-Sport gründete Ollert im vergangen Jahr seinen eigenen Verein, den „Inklusions-Fußballclub Munich United“ – kurz IFC. Sein erklärtes Ziel: ganz oben mitmischen. Die zur hälfte aus körperlich eingeschränkten Spielern bestehende Mannschaft soll als erster inklusiver Verein in der Bundesliga spielen. Damit möchte Ollert Vorurteilen, Mitleid und Ausgrenzung entgegenwirken. Die Behindertenfußball-Vereine sollen nicht mehr in separaten Turnieren gegeneinander antreten, sondern selbstverständlich an den „normalen“ Meisterschaften teilnehmen.

Wer sich auch für Gehörlosen- oder Inklusions-Fußball interessiert, findet Informationen  auf den Seiten des DFB (www.dfb.de), des Deutschen Gehörlosen-Sportverbandes (www.dgs-fussball.de) oder fragt direkt beim örtlichen Verein nach.

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24 Aug 20

Goalball: Dynamischer Mannschaftssport

Beliebte Teamsportart für Menschen mit Sehbehinderung

Sportarten für Menschen mit Beeinträchtigung werden immer populärer und auch die Paralympischen Spiele verzeichnen rekordverdächtige Zuschauerzahlen. Auch wenn diese auf Grund von COVID-19 in diesem Jahr nicht stattfinden, möchten wir uns heute eine Paralympische Sportart genauer anschauen: Goalball. Goalball ist keine Abwandlung einer anderen Sportart,...

Sportarten für Menschen mit Beeinträchtigung werden immer populärer und auch die Paralympischen Spiele verzeichnen rekordverdächtige Zuschauerzahlen. Auch wenn diese auf Grund von COVID-19 in diesem Jahr nicht stattfinden, möchten wir uns heute eine Paralympische Sportart genauer anschauen: Goalball.

Goalball ist keine Abwandlung einer anderen Sportart, sondern eine eigenständige, die speziell auf die Bedürfnisse sehbehinderter Menschen zugeschnitten wurde. Das Spiel, dessen Ziel es ist, möglichst viele Tore zu werfen, ist auch für die Zuschauer ein außergewöhnliches Erlebnis. Da in der Regel nicht alle Spieler gleichermaßen eingeschränkt sind, tragen alle Akteure eine Dunkelbrille, um gleiche Bedingungen zu schaffen. Für die Spielzüge, Würfe und Abwehraktionen müssen sich die Athleten somit auf ihr Gehör, Orientierung und Intuition verlassen.

Der Spielbereich hat mit 18 Metern Länge und 9 Metern Breite die Maße eines Volleyballfeldes, wobei die kurze Seite vollständig vom 1,3 Meter hohen Tor eingenommen wird. Auf dem Boden befinden sich mehrere tastbare Markierungen, die das Feld quer in sechs Bereiche einteilen: je zwei Mannschaftszonen direkt vor dem Tor, zwei Landezonen und mittig zwischen diesen die neutralen Zonen. Das dreiköpfige Team hält sich hauptsächlich – vor allem bei der Abwehr – in der Mannschaftszone auf.

Der Ball ist ebenfalls ungewöhnlich: Im Innern befinden sich kleine Glöckchen, sodass die sehbehinderten Spieler die Position des Balls erhören können. Obwohl er ungefähr die Größe eines Basketballs hat, wiegt er im Gegensatz zu diesem 1,25 Kilo und besteht aus Hartgummi. So kann er gut geworfen werden, bleibt aber nah am Boden und springt nicht. Dadurch ergibt sich auch die Wurfbewegung, die eher an Kegeln als an Handball erinnert. Innerhalb von zehn Sekunden nach dem Startsignal muss der Ball, der eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h erreichen kann, so geworfen werden, dass er die Lande- und neutrale Zone je einmal berührt. Dabei gilt höchste Konzentration, denn bei Regelverstößen kommen sogenannte „Penaltys“ zum Einsatz, die mit einem Elfmeter beim Fußball vergleichbar sind. Ziel ist bei diesen Penaltys natürlich, das Tor an den Gegnern vorbei zu treffen. Diese wiederum liegen oder hocken während der Abwehr zumeist quer auf dem Boden und dürfen mit dem gesamten Körper den Ball abfangen. Gelingt die Abwehr, ist die verteidigende Mannschaft mit Werfen an der Reihe.

Für die Zuschauer und Fans gelten ebenfalls besondere Bedingungen: Damit die Spieler den Ball gut hören können, muss während der beiden 12-minütigen Spielsequenzen völlige Ruhe außerhalb des Felds herrschen. Lediglich bei einem Tor und nach Ende der Spielzeit darf gejubelt werden. Da so die Trainer ebenfalls nicht mit ihren Teams kommunizieren können, sind bis zu vier Time-Outs vorgesehen, bei denen auch ein Spielerwechsel durchgeführt werden kann.

Die wachsende Beliebtheit des Spiels führte dazu, dass Sportbegeisterte sich auch außerhalb der Paralympics messen wollten. Deshalb gibt es in Deutschland seit 2014 eine Bundesliga, in der acht Teams um den Titel kämpfen. Daneben wird alle zwei Jahre eine Europameisterschaft ausgetragen. Wer Goalball als Hobby betreiben möchte, kann sich bei zahlreichen lokalen Vereinen oder beim Aktionsverein Deutsche Goalball Förderer unter www.goalball.de informieren.

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31 Jul 20

SENI Cup 2021: Die Vorfreude steigt

Im nächsten Jahr wird der Ball beim beliebten Turnier wieder rollen

Sport, Spiel, Spaß, Spannung – auf all dies hatten sich die Teams des SENI Cup auch 2020 wieder gefreut. Eigentlich hätte das Turnier vom 08. bis zum 10. Juli 2020 seinen Höhepunkt beim Finale in Torun erreicht. Doch leider musste dieses abgesagt werden, ebenso wie...

Sport, Spiel, Spaß, Spannung – auf all dies hatten sich die Teams des SENI Cup auch 2020 wieder gefreut. Eigentlich hätte das Turnier vom 08. bis zum 10. Juli 2020 seinen Höhepunkt beim Finale in Torun erreicht. Doch leider musste dieses abgesagt werden, ebenso wie die deutschen Qualifikationsspiele vom 18. bis zum 20. Mai 2020 in Rothenfels und vom 22. bis zum 24. Juni 2020 in Joachimsthal. Grund ist die zunehmende Verbreitung des COVID-19-Virus.

Doch nicht nur für die Teams war dies eine traurige Nachricht, auch die Organisatoren rund um den SENI Cup bedauerten die Entscheidung sehr. „Leider ließ uns die damalige Lage keine andere Wahl“, betont Piotr Daszyński, Geschäftsführer der TZMO Deutschland. „Auch wenn uns die Absage im Jubiläumsjahr des Turniers ganz besonders getroffen hat: Die Gesundheit aller Teilnehmer, Zuschauer und des Organisationsteams stand und steht für uns jederzeit im Vordergrund.“ Der SENI Cup hätte in diesem Jahr 20-jähriges Jubiläum gefeiert, viele große und kleine Überraschungen waren für Teilnehmer und Zuschauer geplant. „Nun freuen wir uns umso mehr auf die Spiele 2021“, so Daszyński weiter. „Hier werden wir das Jubiläum einfach nachfeiern.“

Die Termine für den SENI Cup 2021 könnt ihr bereits in euren Kalender eintragen: Die Qualifikationsspiele finden vom 17. bis 19. Mai 2021 in Rothenfels und vom 07. bis 09. Juni 2021 in Joachimsthal statt. Die Siegerteams treten im Anschluss wieder beim Finale in Torun gegeneinander an – hier steht ein konkretes Datum noch nicht fest.

Ihr wollt 2021 dabei sein? Alle Teams, die sich bereits für das Turnier 2020 angemeldet haben, behalten ihren Startplatz und müssen sich nicht mehr für die neuen Qualifikationsspiele anmelden. Wichtig: Solltet ihr auf euren Startplatz verzichten wollen oder müssen, dann teilt uns dies bitte zeitnah mit, damit andere Teams mit ihrer Mannschaft nachrücken können.

Für alle anderen Mannschaften, die in diesem Jahr keinen der begehrten Startplätze ergattern konnten, gibt es gute Nachrichten: Wir werden die Zahl der Teams von 12 auf 16 pro Qualifikationsspiel erhöhen – anmelden lohnt sich also!

Noch ein Hinweis: Auch mit Blick auf die Veranstaltungen im kommenden Jahr wird das Organisationsteam des SENI Cup den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie den Anordnungen von Regierung und Kommunen folgen und notwendige Maßnahmen im Hinblick auf COVID-19 ergreifen. Alle Teilnehmer werden über mögliche Änderungen und wichtige Hinweise zum Turnierablauf frühzeitig informiert.

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